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Soziales: Zukunftskongress der Caritas-Sozialstation St. Johannes in Erlenbach diskutiert Lösungswege

Nachtrag zum  20.06.2021 - 14:50 Uhr

Die Corona-Pandemie hat es wie in einem Brennglas aufgezeigt: In der Digitalisierung gibt es noch enorm viel zu tun. Vor allem in den ländlichen Räumen. Hier setzte der gut besuchte Zukunftskongress der Caritas-Sozialstation St. Johannes e.V in der Erlenbacher Frankenhalle am vergangenen Samstag an.

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Von lins Bernd Rützel, Berthold Rüth, Armin Beck, Jens Marco Scherf, Michael Berninger, Beatrice Brenner und Gerhard Schuhmacher. 

Foto: Miriam Weitz

Dieser sollte mögliche Lösungswege aufzeigen, die Situation zu verbessern. Die Veranstaltung fand nicht nur analog in Präsenz in der Halle statt, interessierte Gäste konnten sich zudem virtuell zuschalten. Viele Bürgermeister aus dem Kreis Miltenberg waren unter den Gästen, wurden zunächst von Moderatorin Beatrice Brenner vom Bundesverband Mittelständische Wirtschaft begrüßt, die in ihrer gewohnt locker-professionellen Art durch die Veranstaltung führte. Dann gab es einen virtuellen Überraschungsgast: Ursula Lehr, ehemalige Bundesfamilien- und Gesundheitsministerin, die sich auch in der Gerontologiefroschung betätigt sowie die bayerische Digitalministerin Judith Gerlach (CSU) übermittelten Grußworte per Video. Hausherr Bürgermeister Michael Berninger (CSU) hieß die Gäste in Präsenz willkommen.

Chance für Austausch

Danach waren die Referenten an der Reihe. Den Anfang machte Landrat Jens Marco Scherf (Bündnis 90/Die Grünen). Er stellte fest, dass der Zukunftskongress zum richtigen Moment initiiert wurde, zeitlich wie inhaltlich. Eine Veranstaltung dieser Art biete die Chance, sich über die Herausforderungen auszutauschen, die auf die Menschen zukommen.

Gerhard Schuhmacher, Vorsitzendender der Caritas Sozialstation betonte, dass der demografische Wandel durchaus auch Chancen berge. Er stellte in seiner Rede auch sein neues Herzensprojekt und das des Caritas Teams vor: Eine Sozialgenossenschaft.

Anschließend übernahm SPD-Bundestagsabgeordneter Bernd Rützel (SPD) das Wort. Er reflektierte, wie viel die Pandemie insbesondere den Pflegeeinrichtungen und -diensten abverlangt hatte und immer noch tue. Er begrüßte das am vergangenen Freitag verabschiedete Gesundheitsversorgungsweiterentwicklungsgesetzt, das seiner Meinung nach einige grundlegende Verbesserungen mit sich bringt. Auch der Landtagsabgeordnete Berthold Rüth (CSU) ließ es sich nicht nehmen, ein paar Worte an die Gäste zu richten. Er stellte heraus, dass gerade die ländlichen Räume in Bayern eine enorme Rolle in der Weiterentwicklung spielten. Er fand, dass man gerade im Bereich Digitalisierung mehr voranbringen müsse.

Den Abschluss machte Armin Beck, Bundestagskandidat von Bündnis 90/ die Grünen. Er freute sich über die hohe Lebensqualität, die der ländliche Raum biete. Er wünschte sich allerdings, dass den Menschen eine wirkliche Wahlfreiheit zwischen Stadt- und Landleben gegeben werden müsse. Dazu gehöre nicht nur die Digitalisierung, sondern beispielsweise auch der Ausbau des öffentlichen Personennahverkehrs. Gerade im ländlichen Bereich gebe es viele hervorragende Unternehmen, die auf der Suche nach Arbeitskräften und Auszubildenden seien.

Mit etwas Verspätung traf dann auch der Ehrengast, Klaus Töpfer, Bundesminister a.D., auf dem Zukunftskongress ein.

Er hatte extra für die Veranstaltung seinen Nordseeurlaub unterbrochen und reiste mit dem Zug an. Seine kurzweilige Rede begann er mit einem Rückblick auf die Gründungstage der Caritas. Er stellte fest, dass die Industrienationen nicht ganz unschuldig an den Fluchtbewegungen auf dem afrikanischen Kontinent sind. Ein Faktor sei der Klimawandel. Die Dürreperioden in Afrika würden immer länger. Dadurch werde vielen Menschen die Lebensgrundlage entzogen. Er erinnerte sich an ein Gespräch, dass er mit der damaligen afrikanischen Umweltministerin geführt hatte, als er für die Vereinten Nationen tätig war. Er habe angemerkt, dass die Industriemächte den Afrikanern immer wieder erklärten, wie man etwas nicht machen sollte, aber den afrikanischen Staaten keinerlei Werkzeug an die Hand gaben, um ihre Situation nachhaltig zu verbessern. Laut Töpfer gibt es eine klare Querverbindung zwischen Armut und Umweltbelastung.

􏰀Vier Arbeitskreise

Herzstück des Zukunftskongresses waren die vier verschiedenen Arbeitskreise, die nach dem offiziellen Teil stattfanden: Förderprogramme zur Digitalisierung und Regionalstärkung, geleitet von Anja-Ute Tischner und Indra Drack. Der Workshop zur regionalen Senioren App »Alltagshelfer - Nutzen für die Anwender und Gedanken zur Weiterentwicklung« wurde von Patricia Adrian und Verena Scholz geleitet. Digitalisierung im ländlichen Raum, Chancen für die Versorgung in den eigenen vier Wänden, wurde von Gerhard Schumacher und Simon Fäth moderiert. Um den Erhalt und Ausbau der öffentlichen Nahversorgung, Infrastruktur und des öffentlichen Nahverkehrs kümmerten sich Bernd Rützel (MdB) und Peter Roos. Die Ergebnisse wurden im Anschluss präsentiert.

Das Fazit: Es wurde schon viel erreicht - aber es gibt immer noch viel zu tun.
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