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Seit Corona ist das Thema Impfen auch bei denjenigen wieder ein Thema, die nicht nur ihren Impfstatus, sondern womöglich auch ihren Impfpass aus den Augen verloren haben. Was tun, wenn der Impfpass weg ist? Wo bekommt man einen neuen Impfausweis her?

Das Thema Impfen ist zu jeder Zeit ein heißdiskutiertes Thema. Besonders relevant ist es jetzt, wo zur Eindämmung der Corona-Pandemie mit den Impfungen begonnen wurde. Zeit für viele, sich mit der Impfthematik womöglich seit längerer Zeit wieder einmal auseinanderzusetzen. Denn gerade im Erwachsenenalter werden Impfungen häufig vernachlässigt in dem Glauben, alles in der Kindheit schon "erledigt" zu haben. Manche Impfungen halten lange, viele aber müssen regelmäßig aufgefrischt werden.

Standard-Impfungen für eine Grundimmunisierung

Erwachsenen empfiehlt die STIKO alle 10 Jahre die Auffrischung der Tetanus- und Diphterieimpfung. Die erste dieser Auffrischungen sollte zusätzlich mit einer Auffrischung der Immunisierung gegen Keuchhusten (Pertussis, aP/ap) verbunden sein. Außerdem sollte bei allen nach 1970 Geborenen mit unklarem Impfschutz, keiner Impfung oder nur einer Impfung in der Kindheit ab 18 Jahren zusätzlich eine Masern-Impfung erfolgen.

Ältere Menschen über 60 Jahre sollten sich zudem gegen Pneumokokken, Grippe (Influenza) und Gürtelrose (Herpes zoster) immunisieren lassen.

Tipps

Impfbuch

Bewahren Sie Ihr Impfbuch sorgfältig auf: In ihm werden alle durchgeführten Impfungen, ob offiziell empfohlen oder nicht, dokumentiert. Das Impfbuch gehört auch ins Reisegepäck.

Kombinieren von Impfungen

Wer sich für Impfungen entscheidet, kann Kombinationspräparate wählen, bei denen mehrere Impfstoffe gleichzeitig enthalten sind. Denn Impfreaktionen können auch durch Zusatzstoffe wie Konservierungsmittel ausgelöst werden. Impft man gegen jede Krankheit einzeln, würde sich die verabreichte Dosis an Zusatzstoffen vervielfachen.

Impfpass verloren: Was tun?

Haben Sie den Impfpass einmal verloren, sollte das kein allzu großes Problem darstellen. Normalerweise erfolgen die meisten Impfungen nach der Kindheit beim Hausarzt. Dieser sollte Aufzeichnungen über alle relevanten Impfungen haben, die er bei seinen Patienten vorgenommen hat. Er darf diese früheren Impfungen dann auf einem Ersatzdokument eintragen.

Kommt ein Patient zum ersten Mal in die hausärztliche Sprechstunde, erkundigt sich der Arzt nach der Krankengeschichte und in diesem Rahmen meist auch nach dem Stand der Impfungen. Eventuell verwendet er ein spezielles Impfprogramm in der Praxissoftware, das auch an die notwendigen Impfungen erinnert.

Reiseimpfungen macht häufig ein spezialisierter Reisemediziner. Auch diese Impfungen werden im Ausweis dokumentiert und lassen sich von diesem Arzt nachtragen. Wer eine Gelbfieberimpfung erhalten hat und den Ausweis nicht mehr findet, kann sich dies vom entsprechenden Reisemediziner erneut mit einem Impfsiegel bestätigen lassen.

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Welche Impfungen auffrischen? Ein Bluttest kann helfen

Besonders, wenn du oft umgezogen bist und mehrere Hausärzte hattest, kannst du deinen Impfstatus nur schwer rekonstruieren. In diesem Fall gibt es noch eine andere Möglichkeit: Der Impfstatus kann nämlich über einen Blutstatus ermittelt werden. Dieser ermittelt das Vorhandensein von Antikörpern im Blut, welche dann Aufschluss über vergangene Impfungen geben können.

Wichtig ist hier jedoch zu wissen, dass diese Tests bis dato nicht hundertprozentig zuverlässig sind und manche Immunisierungen so nicht nachgewiesen werden können. Außerdem übernehmen die meisten Krankenversicherungen diese Tests nicht. Lass dich am besten von deinem Hausarzt über das beste Vorgehen informieren und sprich vorab mit deiner Krankenversicherung.

Dennoch gibt es eine Ausnahme, bei der ein Bluttest gemacht werden sollte, wenn sich sonst keine Informationen über den Impfstatus ermitteln lassen. In der Schwangerschaft können bestimmte Krankheiten dem Ungeborenen schaden – beispielsweise Röteln oder Windpocken. Bei einem Kinderwunsch sollte also abgeklärt werden, ob die Frau gegen diese Krankheiten immun ist. Wenn nicht, solltest du die Impfungen auf jeden Fall nachholen. In diesem Fall übernehmen die meisten privaten und gesetzlichen Krankenversicherungen die Kosten.

Kosten

Zurzeit sind alle von der STIKO empfohlenen Impfungen (altersspezifische Standardimpfungen oder Indikationsimpfungen im Fall einer chronischen Vorerkrankung) Pflichtleistungen, die Kosten tragen die Krankenkassen. Viele Kassen belohnen zudem Vorsorgeuntersuchungen und umfassende Impfmaßnahmen mit Geld- bzw. Sachprämien oder einer Beitragsermäßigung. Ausführlichere Informationen erhalten Sie unter:

https://www.impfkontrolle.de/content.asp?audience=5&topic=1&vaccination=7&page=1&chapter=2

 

 

Quelle:  Robert-Koch-Institut

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