header

Was macht die Pandemie mit unserer Gesellschaft? Was bereitet den Menschen Sorgen? Bei der Entwicklung der neuen Caritas-Kampagne kamen diese Fragen immer wieder auf. Wir haben Menschen gefragt…

… beziehungsweise wir haben sie von einem Umfrage-Institut befragen lassen. Befragt wurden Mitte Dezember (11. bis 14. Dezember) etwa 2.000 Menschen online vom Umfrage-Institut Insa Consulere. „Zusammenhalt hat es schwer, aber es gibt Hoffnung“ – könnte eine Zusammenfassung der Ergebnisse lauten.

Pandemie schwächt gesellschaftlichen Zusammenhalt 

Mehr als die Hälfte der Befragten (52 %) erlebt einen durch die Corona-Pandemie geschwächten gesellschaftlichen Zusammenhalt. Kein Wunder, waren doch die Monate und Wochen vor der Befragung von Spaltung geprägt, von der Gegenüberstellung gesellschaftlicher Gruppen: die Risikogruppen gegen die, die sich nicht als solche wahrnehmen; Regeltreue versus Maskenmuffel; Impfbereite versus Impfgegner; sogenannte „Systemrelevante“ und alle anderen. Lediglich 17 % der Befragten sind der Meinung, die Krise stärke den Zusammenhalt.

Viele glauben an die eigene Wirkung

Gefragt, ob sie selbst persönlich etwas zur Stärkung des gesellschaftlichen Zusammenhalts beitragen können, antworten 41 % der Teilnehmenden mit ja, 25 % wissen es nicht. Nur 27 % stimmen der Aussage ausdrücklich nicht zu.
Das heißt: Die meisten Menschen fühlen sich mitnichten ohnmächtig oder überfordert vom großen Thema Zusammenhalt. Viele glauben, dass sie wirksam sein, dass sie etwas bewegen können.
Diese Willigen und die Unschlüssigen können abgeholt und mobilisiert werden. Eine Aufgabe unter anderem für die Caritas und eine Bestätigung, dass #DasMachenWirGemeinsam der richtige Ansatz ist.

Soziale Berufe müssen für die Politik Priorität haben

Die Aufwertung sozialer Berufe landet mit Abstand an erster Stelle bei der Frage: „Auf welche der folgenden politischen Handlungsfelder sollte sich der Staat baldmöglichst am stärksten konzentrieren?“ Es folgen der Klimaschutz, die Unterstützung der sozialen Infrastruktur und von sozialen Hilfsangeboten. Diese Antworten zeugen nicht davon, dass jeder nur an sich denkt – im Gegenteil.

Die Handlungsfelder, die die Studienteilnehmer_innen identifiziert haben, sind ein Auftrag an die Politik, gerade im Jahr der Bundestagswahl. Aber sie werfen viele Fragen, die sich nicht nur politische Parteien stellen müssen, sondern jede_r von uns: Welche Pflege wollen wir, welche Begleitung der Schwächsten? Wer soll das machen – und unter welchen Bedingungen? Was ist uns soziale Sicherung, was ist uns Bildung wert? Darf die Unterstützung, die Menschen erhalten, von ihrer Postleitzahl abhängen? Was sind wir bereit zu tun und worauf sind wir bereit zu verzichten, um künftigen Generationen einen lebenswerten Planeten zu hinterlassen?

­